|
"Die Affendiebe aus Timbuktu"
Text: Patrick K. Addai
Illustration: Mr. John Odoom
Grafik: Ondrej Cech
Hardcover, 56 Seiten, 15 Bilder;
Preis: 20 EUR
Alter: für alle ab 7 Jahre!
"Je höher ein Affe auf einen Baum klettert, umso besser kann man seinen Hintern sehen" und "Nur
einmal wird ein Dieb erwischt, beim zweiten Mal kennt man ihn schon", sagt der König von Timbuktu.
Die Buschkerle haben wieder zugeschlagen: Die Affenkönigin Lady Porcia wurde gefangen genommen,
und erneut wurden Ebenholzbäume abgeholzt. Aber dieses Mal haben die Baumdiebe Pech. Die zwei
jungen Buschdetektive Jojo und Lalas waren im Einsatz und haben die Diebe gesehen - es sind Mambo, der
Mann mit den Elefantenfüßen, ein Chinese, ein Japaner, ein Inder, ein Europäer und ein
Amerikaner. Jojo und Lalas haben sich vorgenommen, für die Umwelt zu kämpfen. Schaffen es die
zwei Buschdetektive, ihre Umwelt zu retten?
TEXTAUSZÜGE:
Das Dorf Kayanga
...
Die Menschen hier sind Ackerbauern. Täglich gehen sie auf ihre
Bauernhöfe und arbeiten, bis die Dunkelheit hereinbricht. Das
ist das Zeichen, dass sie mit der Feldarbeit aufhören müssen.
Die Dorfbewohner besitzen nämlich keine Uhr. Je länger die
Schatten sind, desto kürzer wird die Zeit. Nach diesem Prinzip
leben die Menschen hier in Kayanga. Die Dorfbewohner nehmen sich ansonsten
sehr viel Zeit. Man hat eben genug Zeit, um die Zeit langsamer zu drehen,
wenn man will, heißt es. Stress ist für die Menschen in
Kayanga ein fremdes Wort, denn: "Eine in Eile angezogene Hose zieht sich
beim Laufen wieder aus", sagt ein altes afrikanisches Sprichwort.
..."
Der Mann mit den Elefantenfüßen
Die beiden Jungen beeilen sich, so schnell wie möglich in ihr Versteck
zu kommen. Immer wenn die Buschkerle da sind, werden auch die Affen unruhig.
Königin Porcia mag diese Buschkerle nicht besonders. Deswegen gibt sie
ihren Mitaffen immer ein Zeichen, damit sich jeder ein Versteck sucht.
Manchmal kommen die Buschkerle mit einem Jeep und manchmal zu Fuß.
Wenn sie mit einem Jeep kommen, parken sie das Auto einige Kilometer vom
Dorf entfernt, damit niemand mitbekommt, was sie vorhaben.
In Timbuktu gibt es keine richtige Straße, deswegen müssen sie
sich mit Buschmessern den Weg bahnen, bis sie ein paar Kilometer vor dem Dorf
angelangt sind.
Jojo und Lalas warten in ihrem Versteck und sind sehr gespannt, aus welcher
Richtung die nächste Bewegung kommen wird. Lalas drückt seinen
Buschnavigator so fest an seine Ohren, dass man glauben könnte, er höre
Musik aus seinem Walkman. Doch die Kinder hier haben noch nie einen Walkman
gesehen.
Vielleicht wird Jojo einmal einen basteln. Seine Begabungen sind ja sehr
vielfältig und er singt auch sehr gerne. "Ich vermute, dass die Buschkerle
heute nicht mehr kommen werden, weil die Sonne schon kürzer geworden ist",
meint Lalas, und Jojo ergänzt: "Das glaube ich auch, es ist heute schon zu
spät für die Buschkerle! Also gehen wir lieber nach Hause. Unsere
Familien werden bald von den Bauernhöfen kommen." Er schlägt seinem
Freund auf die Schulter. "Wenn du meinst, dann gehen wir, weil ein Jäger
auch nicht jeden Tag eine Beute bekommt", tröstet sich Lalas.
...
Der Autor aus Ghana will mit dieser Geschichte aktuelle Umweltprobleme aufzeigen
und zur Diskussion bringen. Gleichzeitig kann man jedoch bei allem Ernst - wie
bei Addais Büchern gewohnt - die wunderbaren Weisheiten und den Humor Afrikas
erspüren.
Zeitschrift des Vorarlberger Familienverbandes
|